Divanhana

© Norman Tahirovic

In ihrer Heimat Bosnien-Herzegowina spielen Divanhana schon seit mehr als zehn Jahren vor ausverkauften Häusern. Höchste Zeit also, dass das Ensemble auch hierzulande ein größeres Publikum findet! Dem Quintett um die stimmgewaltige Sängerin Šejla Grgić auf gelingt es auf dem sechsten Album „Zavrzlama“ erneut, die traditionellen Sevdalinkas ihrer Heimat mit modernen Sounds von Pop, Jazz bis hin zur neuen Klassik zu verbinden. Mit ein gehörigen Schuss Temperament natürlich! Erstmals sind hier auch auf Eigenkompositionen der Musiker zu hören, nachdem man zuvor vor allem traditionelles Material neu interpretiert hat. Das kündet vom gestiegenen Selbstbewusstsein der Band.
Bei der Sevdalinka handelt es sich um eine bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende Liebeslyrik, die der portugiesischen Form der Traurigkeit, der Saudade, nahesteht. Der Begriff geht auf das türkische Wort „Sevda“ für Liebe zurück. Oft ist die Stimmung melancholisch: Kein Wunder, wenn man von unerwiderter Liebe singt! Die Sevdalinka gilt als wesentlicher Teil der bosnischen Kultur. Der Stil wird von Musikkennern gerne als „bosnischer Blues“ bezeichnet.
Live sind Divanhana eine Naturgewalt, komplett mit vulkanischen Temperamentsausbrüchen im Balkan-Style, was übrigens bestens mit der melancholischen Intimität der Sevdalinkas harmoniert. Zu den Highlights ihrer Karriere gehört das Album „Live in Mostar“.

Divanhana schauen gerne über dem Tellerrand und haben in den vergangenen Jahren unter anderem mit der populären türkischen Sängerin und Schauspielerin Suzan Kardeş zusammengearbeitet. Zu den Highlights ihrer Karriere gehört eine künstlerische Kooperation mit dem US-Musical-Star Bradley Dean. So ist die Sevdalinka also erstmals an den Broadway gelangt!
Selbst die erzwungene Corona-Isolation haben Divanhana für ein neues Projekt genutzt: Die „Quarantine-EP“ wurde zu großen Teilen auf den Smartphones der einzelnen Bandmitglieder aufgenommen, während die Musiker über sechs verschiedene Städte ihrer Heimat verstreut waren. Somit haben Divanhana mit begrenzten Mittel das Beste aus der Pandemie-Situation gemacht.
„Zavrzlama“ wurde noch im Februar 2020 in Slowenien aufgenommen, also kurz vor dem ersten Lockdown. Gemischt wurde das Album dann erst im Juni 2021 in Sarajevo. Der eindringlich-reduzierte Album-Opener „Na Kuslatu Se Mahrama Vihori“ zeigt Šejla Grgić auf der Höhe ihrer Könnens und hält gekonnt die Balance zwischen Intimität und latenter Bedrohung. Das lebhafte „Cilim“ lädt dagegen zum Tanzen ein, während sich „Peno“ vor dem legendären Roma Sänger und Songwriter Saban Bajramovic verbeugt, einem der „wildesten Talente“ im Jugoslawien der Tito-Ära. „Opa Opa“ dagegen, aus der Feder des bekannten serbischen Komponisten Radivoje Radivojevic, lebt ganz von der verführerischen Stimme Šejla Grgićs und überrascht mit süffigen Latin-Piano- und Hornsounds. „Voce Rodilo“ und „Zova“ wurden beide von Divanhana-Keyboarder Neven Tunjic geschrieben, der sich damit selbstbewusst als einer der aufregendsten jungen Songwriter in der langen Tradition der Folkmusik vom Balkan einreiht.

Discografie

  • Zavrzlama

    Zavrzlama

    Erscheinungsjahr: 2022

    Katalognummer: CPL053

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